In the Valley of Elah
Regie & Script: Paul Haggis, 124 min, USA 2007

Fast 80 Jahre nach Erich Maria Remarques "Im Westen nichts Neues" beleuchtet dieser Film in vielfältigen Facetten die Auswirkungen des Irak-Kriegs in den USA. Etwas irreführend ist der Titel des Films (das Tal in dem David mit seiner Steinschleuder Goliath tötete - gefilmt wurde in Albuquerque, NM), denn der Arbeitstitel "Death and Dishonor" kommt der Handlung etwas näher. Die Eltern (gespielt von Tommy Lee Jones und Susan Sarandon) eines Soldaten erhalten die Nachricht, daß ihr gerade aus dem Irak zurückgekehrter Sohn vermisst wird. Um eigene Nachforschungen anzustellen, fährt der Vater zur Kaserne seines Sohnes. Dessen Mobiltelefon, in dem noch "corrupted" Filmclips aus dem Irak gespeichert sind, wird zum einäugigen Blick auf Schrecken, Grausamkeit, Angst und Verrohung. Virtuos erzeugt der kanadischen Regisseur Paul Haggis dadurch Handlungsstränge und Bilder, die wie Mosaiksteinchen die fragmentierte Erzählung begleiten. Unterstützung bei der Aufklärung erhält Tommy Lee Jones durch die Kommissarin Charlize Theron. Beide überragende Schauspieler sind ebenso wie der Kameramann Roger Deakins (u.a. Fargo, The Big Lebowski, The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford) sichere Anwärter auf Oskars - oder mehrere Berlinale-Bären, da der Film erst am 6. März 2008 in die deutschen Kinos kommt. In New York wurde dieser aufwühlende, exzellente Film schon nach kurzer Zeit wieder aus dem Programm genommen. Der Krieg hat das "Homeland" erreicht, die Kollateralschäden sind spürbar, unübersehbar und offenbar kaum erträglich. Wenn die Jurymitglieder der Academy of Motion Pictures and Sciences in Hollywood über ihren Schatten springen, dann erhält Paul Haggis nach "Million Dollar Baby" und "L.A. Crash" mit diesem Meisterwerk seinen dritten Oscar in Folge.

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